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Wilfried Weyer

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Daten zur Geschichte der Berliner Schützengesellschaft e. V.
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1948 1949 1950 1951
 

                                                                                                                                              
1948 Am 27. Januar 1948 fand auf Wunsch des Vorstandes der Konsum-Genossenschaft eine Besichtigung des Schützenhausgeländes statt. Bei dieser Gelegenheit wurde die durch die Sowjets durchgeführte Sprengung des Saalgebäudes bedauert, da man der Meinung war, dass selbst der ausgebrannte Saal sich wieder hätte herstellen lassen.
Am 8. März 1948 unterbreitet die Deutsche Treuhandverwaltung des sequestrierten und beschlagnahmten Vermögens im sowjetischen Besatzungssektor der Stadt Berlin der Zentralkommandantur einen Enteignungsvorschlag.
 „Es wird vorgeschlagen, die im sowjetischen Besatzungssektor von Berlin gelegenen Vermögenswerte der Berliner Schützengesellschaft e.V., Berlin-Wilmersdorf, Bruchsaler Straße 13, bestehend aus dem bebauten Grundstück Berlin-Kaulsdorf, Hönower Straße zu enteignen und der Konsumgenossenschaft Lichtenberg eGmbH zu übereignen. Die Berliner Schützengesellschaft e.V. war eine militaristische Organisation, die den Wehrgedanken unter ihren Mitgliedern pflegte und förderte. Sie gehört zu den von den Alliierten verbotenen Vereinigungen.“
Die Deutsche Treuhandverwaltung vergibt im Januar aus den Trümmern des ehemaligen Schützenhaus-Saalgebäudes 50.000 Steine an die Parteischule der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland), 10.000 Stück an Herrn Zimmermann aus Kaulsdorf; die verbleibenden Bestände sollen für Baumaßnahmen der Treuhandgesellschaft verwendet werden.
Die neue Landesverfassung wird am 22. April 1948 gegen die Stimmen der SED angenommen.
Die Münchner Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten scheitert und so beginnen in Ost und West die Vorbereitungen für die Bildung zweier deutscher Staaten.
Am 16. Juni 1948 stellen die Sowjets die Mitarbeit in der Alliierten Kommandantur ein.
Am 17. Juli 1948 wird Herrn Otto Schütz, Berlin-Frohnau, Oranienburger Chaussee 35 die Verwaltung des Grundstücks übertragen. Lt. Erhebungsbogen befinden sich auf dem Grundstück 4 Gebäude, davon 3 Gebäude unbeschädigt, 1 Gebäude zu 50% zerstört, genutzt von 14 Mietern, davon 13 Mieter in Wohnungen und 1 Mieter in gewerblichen Räumen, sowie 27 Pächter auf unbebautem Gelände.
Im Juli 1948 konnte mit Zustimmung der britischen  Militärverwaltung das erste Schützenfest der "Schützengesellschaft von 1843 zu  Bremervörde e.V." gefeiert werden. Der Schützenkönig durfte schon mit der Armbrust auf den Vogel ausgeschossen werden.
Am 2. Dezember 1948 erkannte der sowjetische Stadtkommandant den „provisorischen demokratischen Magistrat Groß-Berlin“ als das einzig rechtmäßige Stadtverwaltungsorgan an. Der verfassungsmäßige Magistrat und die rechtmäßige Stadtverordnetenversammlung saßen nun in den Westsektoren, auf die ihre Macht beschränkt war. Die Spaltung der Berliner Stadtverwaltung war vollzogen.

                                                                                                                                              
1949 Am 23. Mai 1949 wurde mit der Verkündung des Grundgesetzes in den drei Westzonen die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Am 30. September 1949 ist die Deutsche Treuhandverwaltung (Ost) aufgelöst worden. Ab 1. Oktober 1949 hat der Magistrat unmittelbar die Verwaltung der ehemaligen Reichs- usw. Grundstücke übernommen. Alle Befugnisse gemäß Befehl 124 in Bezug auf diese Vermögenswerte werden nunmehr vom Hauptgrundstücksamt ausgeübt.
Am 07. Oktober 1949 wurde in der sowjetischen Zone die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
Am 11. November 1949 übergab die Sowjetregierung der Provisorischen Regierung der Deutschen Demokratischen Republik die bisherigen von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) ausgeübten Verwaltungsfunktionen.

                                                                                                                                              
1950 Am 14. Januar 1950 teilt der Magistrat von Groß-Berlin, Abteilung Finanzen, Hauptgrundstücksamt dem Bezirksamt Berlin-Lichtenberg mit, dass die ,nach dem Befehl der sowjetischen Militärkommandantur Nr. 12 vom 5. Februar 1949, deutschen Betriebe und anderes deutsches Vermögen, das sich unter dem Sequester der sowjetischen Militärkommandantur von Berlin befand, dem Demokratischen Magistrat von Groß-Berlin übergeben worden sind und die Deutsche Treuhandverwaltung für beschlagnahmtes und sequestriertes Vermögen des sowjetischen Besatzungssektors von Groß-Berlin in die Hände des Magistrats übergegangen ist. Die in treuhänderische Verwaltung übernommenen Grundstücke werden bei der für 1950  neu eingerichteten 3. Anlage zu B 9500 bewirtschaftet.
Am 13. Januar 1950 erfolgte die Anmeldung der Uraltguthaben durch den 1. Schatzmeister, Johannes Vormelchert, bei der Commerzbank Berlin.
Nach 1945 wurde immer wieder versucht einen Weg für einen Neuanfang zu finden. Trotz aller Bemühungen wurden wir immer wieder abgewiesen. Endlich, nach neuen Hinweisen auf die inzwischen in Westdeutschland erlaubten und erfolgten Wiederzulassungen, gelang es dem Vorsteher der Gilde zu Spandau, Hermann Poritz, nach mühevollen Verhandlungen mit den Alliierten auch für die Schützenvereine in Berlin die Genehmigung zur Wiedergründung bzw. Fortführung zu erreichen.
Erst jetzt setzte sich die im Jahre 1946 von Dr. Louis entwickelte Auffassung vom Deutschen Schützenwesen auch in anderen Landesteilen durch.
Als Notvorstand für die Berliner Schützengesellschaft e.V. wurde der bis zum Kriegsende tätige stellvertretende Vorsitzende, Kamerad Otto Glenske mit den Kameraden Alex Gottwaldt, Karl Rabel und Johannes Vormelchert in das Vereinsregister eingetragen. Es begann die Suche nach früheren Mitgliedern in Ost und West.
Am 21. Juli 1950 erhält die Schützengilde zu Spandau (Korp.) von 1334 vom Magistrat von Groß-Berlin  Oberbürgermeister Dr. Ernst Reuter die Mitteilung, dass die Alliierte Kommandantur gegen die Zulassung und Aufnahme der Tätigkeit der Gilde zu Spandau nichts einzuwenden hat. Die Gilde zu Spandau wird demgemäss als nichtpolitische Organisation anerkannt.
Am 15. September 195o wird auch der Berliner Schützengesellschaft vom Magistrat von Berlin, Oberbürgermeister Dr. Ernst Reuter, die Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit genehmigt.
Die Schützengilde der Hauptstadt Berlin (Korp.) wird mit dem 30. September 1950 ebenfalls wieder zugelassen und nimmt ihren Geschäftsbetrieb am 29. Oktober 1950 wieder auf.
Ab dem 1. Oktober 1950 können die Bezirksämter nach dem Vereinsgesetz Anträge auf die Wiederzulassung und Gründung von Vereinen genehmigen. Vorher war der Senat dafür zuständig.
Am 02. November 1950 wird die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats aufgehoben.
Am 3. Dezember 1950 fanden in West-Berlin die ersten Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Als >Regierender Bürgermeister< wird Ernst Reuter gewählt.
Am 22. Dezember 1950 halten Beauftragte des Landesverbandes der SED, des Aufbauamtes und des Bezirksamtes Lichtenberg von Groß-Berlin bei einer Besichtigung den noch vorhandenen Teil des ehemaligen Schützenhauses zur Errichtung eines Kinderheims/Kindergartens für geeignet. Zum Zeitpunkt der Besichtigung wird das Objekt von zehn Mietparteien bewohnt sowie vom Konsum genutzt.
Eine Sekretariatssitzung der Landesleitung der SED behandelt am 29. Dezember 1950 den Vorschlag, das ehemalige Schützenhaus in Kaulsdorf für den Aufbau eines Kinderheimes vorzusehen.
Am 30. Dezember 1950 wird die Verordnung über die Verwertung des Vermögens der verbotenen und aufgelösten Gesellschaften, Klubs und Vereinigungen erlassen. (Verordnungsblatt für Groß-Berlin, 7. Jahrgang, Teil I, Nr. 3, Seite 21)

                                                                                                                                              
1951 Dank des unermüdlichen Einsatzes der Kameraden Otto Glenske, Karl Rabel, Hans Vormelchert und Alex Gottwaldt, ist es zu verdanken, dass der Verein seine Tätigkeit wieder aufnehmen konnte.
Als Kameraden der ersten Stunde sind neben ihnen zu nennen: Albert Arndt, Emil Berndt, Ernst Blohmann, Otto Fanselow, Gerhard Fengler, Paul Füllmann, Kurt Giemenz, Wilhelm Kape, Georg Krebs , Richard Nickel, Karl Schiller, Paul Schwinge, Wilhelm v.d. Strate und Robert Winter.
Am 30. Januar 1951 wurde, nachdem auch der Berliner Schützengesellschaft vom Magistrat von Groß -Berlin die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes erteilt wurde, zur ersten Mitgliederversammlung nach dem Kriege zum 11. Februar 1951 in den Prälat Schöneberg. eingeladen und damit die Fortführung der Berliner Schützengesellschaft e.V. offiziell beschlossen und vollzogen. Zum Vorsitzenden wurde der Kamerad Otto Glenske gewählt. Zu seinem Stellvertreter der Kamerad Karl Rabel.
Etwa zu gleichen Zeit bilden sich der Schützenverband Berlin e.V. unter dem Vorsitz des Kameraden Hellmuth Boden und der Schützenverband Berlin  Brandenburg e.V. unter dem Vorsitz des Kameraden Wilhelm Frensch. Bald darauf wird die Verschmelzung beider Verbände beschlossen.
Am 10. Februar 1951 beantragt die Berliner Volkshaus GmbH die Übertragung der Rechtsträgerschaft für die Immobilie >ehemaliges Schützenhaus< (Grundstück mit erhaltenem Wohn- und Restaurantgebäude aus dem ehemaligen Schützenhaus-Ensemble) zur Nutzung als Kinderheim der SED, Landesleitung Berlin.
Am 9. März 1951 veranlasst der Magistrat von Groß-Berlin das Amtsgericht Berlin-Lichtenberg  Grundbuchamt die Berliner Schützengesellschaft im Grundbuch Band 31 Blatt 908/35 zu löschen und als neuen Eintrag „Eigentum des Volkes“ Rechtsträger: Berliner Volkshaus GmbH rückwirkend zum 1. Januar zur Verwaltung und Nutzung als Kinderwochenheim, einzutragen.
Am 5. April 1951 wird auf der Grundlage der Verordnung zur Verwertung der verbotenen Clubs, Vereinigungen und aufgelösten Gesellschaften die Grundbucheintragung >Eigentum des Volkes< vorgenommen.
Am 8. April 1951 wurde in Bad Nauheim eine Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schützenverbände zum Zwecke der Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes gebildet.
Auf der Mitgliederversammlung am 20. April 1951 gibt der Vorsitzende Otto Glenske auf Wunsch des Vorsitzenden der Schützengilde zu Spandau (Korp.) Hermann Poritz bekannt, dass der Wunsch besteht einen Berliner Schützenverband zu gründen.
Die Anmeldebescheinigung vom Bezirksamt Neukölln vom 16. April 1951 liegt vor.
Am 29. April 1951 beteiligt sich die Berliner Schützengesellschaft e.V. mit 12 Kameraden am 1. Festumzug der Schützengilde zu Spandau (Korp.) nach dem Kriege.
Am 16. Mai 1951 wird den Mitgliedern mitgeteilt, dass der Pächter vom Schultheiss - Hasenheide Herr Gruhl uns angeboten hat, dort jederzeit zu schießen.
Am 6. Juni 1951 wird der Schützenverband Berlin-Brandenburg e.V. wiedergegründet.  Erster  Vorsitzender wurde  der Kamerad Dr. Hellmuth Boden ( Gilde der Hauptstadt Berlin ), stellvertretende Vorsitzende die Kameraden Hermann Poritz ( Schützengilde zu Spandau ) und Otto Glenske ( Berliner Schützengesellschaft ) Gründungsmitglieder sind die Vereine Schützengilde zu Spandau Vorsteher Hermann Poritz - , Kleinkaliber Sportschützen Neukölln Vorsitzender Max Seitner -, Schützengilde zu Tegel e.V. 1903  Vorsitzender Paul Beyer, Berliner Schützengesellschaft e.V. Vorsitzender Otto Glenske - , Schützengilde der Hauptstadt Berlin, Korp. Wilhelm Frensch und der Kleinkaliberschützenverein Berlin  Vorsitzender Kurt Hinsche. Außerdem 8 Einzelmitglieder mit Fritz Baumert, Otto Hoffmann, Oskar Lincke, Otto Glenske, Max Bogedain (für Druckrey), Karl Reißner, Hermann Poritz und Hellmuth Boden.
Für das erste Schießen am 12.Juli 1951 im Schultheiss Restaurant wurde ein Luftdruckgewehr mit Zubehör angeschafft.
Im gleichen Monat können 5 Feuerwaffen in Empfang genommen werden.
Am 15. August 1951 übergibt der Kamerad Adolf Weigel dem Vorsitzenden Kamerad Otto Glenske das alte Bundesbanner und fünf Schärpen. Diese Gegenstände sind vom Kameraden Weigel in der Wohnung des langjährigen Bannerträgers Gustav Clausing nach dessen Ableben sichergestellt worden.
An der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schützenverbände am 16. September 1951 in Frankfurt/Main, an der aus Berlin die Kameraden Hellmuth Boden, Wilhelm Frensch und Paul Haupt teilnahmen, wurde in einem Gründungsakt die Gründung des Deutschen Schützenbundes beschlossen.
An der ersten Verbandsmeisterschaft 1951 am 14. Oktober 1951 in Spandau nimmt die Berliner Schützengesellschaft e.V. mit 3 Mannschaften (Freihand) und 1 Mannschaft (Auflage über 60 Jahre) teil.
Am 18. November 1951 erfolgt die Proklamation des Deutschen Schützenbundes durch den Bundespräsidenten Professor Dr. Theodor Heuss in Köln auf dem 1. Deutschen Schützentag.
Das erste Schießen mit dem Luftgewehr wurde am 12. Juli im Blauen Saal im Schultheiss-Hasenheide durchgeführt. Auch erfolgte sogleich in diesem Jahr wieder der erste Königsschuss nach dem Kriege am 28. Oktober. Schützenkönig wurde der Kamerad Oswald Seiffert.

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